Die Lage am Golf bestimmt weiterhin die Reisewarnungen der kommenden Tage: Nach den erneuten Angriffen auf Handelsschiffe nahe der Straße von Hormus und der von Washington zurückgewiesenen Sieben-Tage-Initiative Teherans gelten für Iran und Irak unverändert Reisewarnungen, von Reisen nach Kuwait und Bahrain wird dringend abgeraten. In Deutschland richtet sich der Blick auf den 7. Oktober, den dritten Jahrestag des Hamas-Angriffs: In Berlin, Köln, Duisburg, Frankfurt am Main und Hannover sind gegenläufige Kundgebungen angekündigt, während die Bundesanwaltschaft im September sieben mutmaßliche Hamas-Mitglieder wegen eines geplanten Anschlags angeklagt hat.

In der Folgewoche verdichten sich die politischen Termine: Am 9. und 10. Oktober wählt Tschechien Kommunalvertretungen und ein Drittel des Senats, in Südafrika halten die fremdenfeindlichen Proteste vor den Kommunalwahlen am 4. November an, in Berlin demonstriert die Bewegung Projekt M1llion am 10. Oktober am Brandenburger Tor, und Taiwan begeht seinen Nationalfeiertag unter wachsender chinesischer Militärpräsenz. Ab dem 12. Oktober treffen sich in Bangkok mehr als 15.000 Teilnehmende zu den Jahrestagungen von IWF und Weltbank; es folgen der spanische Nationalfeiertag in Madrid, der Europäische Rat in Brüssel, der Höhepunkt der Durga-Puja-Feiern in Kolkata und der für den 17. bis 21. Oktober angekündigte Streik von Cockpit- und Kabinenpersonal in Frankreich, zu dem ein bislang unbestätigter Gelbwesten-Aufruf für den 17. Oktober hinzukommt.

Die folgende Übersicht ordnet dir diese Termine für den Zeitraum vom 5. bis 18. Oktober 2026 ein und gibt dir konkrete Empfehlungen für deine Reiseplanung an die Hand.

Übersicht der sicherheitskritischen Termine

Termin (Datum) Ort/Land Inhalt (Anlass, Hintergründe, Risiken)
laufend, Schwerpunkt 5. bis 18. Oktober 2026 Iran, Irak, Kuwait, Bahrain, Katar, Vereinigte Arabische Emirate, Oman, Saudi-Arabien; Straße von Hormus Anlass: Der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran seit dem 28. Februar 2026 dauert an; Anfang Oktober wurden erneut Tanker nahe der Straße von Hormus getroffen, Teherans Sieben-Tage-Angebot wies Washington zurück. Hintergründe: Die Meerenge ist seit Februar weitgehend blockiert. Risiken: Raketen-, Drohnen- und Trümmergefahr in den Golfstaaten, willkürliche Festnahmen in Iran, Entführungen im Irak, unzuverlässiger Luft- und Seeverkehr. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Iran und Irak; für Kuwait und Bahrain wird dringend abgeraten.
7. Oktober 2026 Berlin, Köln, Duisburg, Frankfurt am Main, Hannover (Deutschland); europäische Metropolen; Israel Anlass: Dritter Jahrestag des Hamas-Angriffs mit Gedenkveranstaltungen und propalästinensischen Aufzügen; in Berlin ist ein Zug vom Schlesischen Tor zum Hermannplatz angekündigt. Hintergründe: Die Bundesanwaltschaft klagte im September sieben mutmaßliche Hamas-Mitglieder wegen eines geplanten Anschlags an. Risiken: Gedränge, Konfrontationen, Pyrotechnik, Sachbeschädigung; jüdische und israelische Einrichtungen sind besonders gefährdet. 2024 setzte die Polizei in Berlin rund 2.300 Kräfte ein, 2025 wurden Aufzüge verboten. Straßensperren und Zugangsbeschränkungen sind zu erwarten. Für Israel gilt weiterhin eine Reisewarnung.
jeden Donnerstag; nächster Termin 8. Oktober 2026 Südafrika: Johannesburg, Pretoria/Tshwane, Durban, Kapstadt Anlass: Die Bewegung March and March und weitere Gruppen protestieren wöchentlich gegen irreguläre Migration; die Aktionen sollen bis zu den Kommunalwahlen am 4. November 2026 andauern. Hintergründe: Seit April 2026 kam es zu Übergriffen, Plünderungen und mindestens vier Todesopfern; die Polizei koordiniert über NATJOINTS. Risiken: Gewalt gegen Migranten und als Migranten wahrgenommene Personen, Blockaden, Geschäftsschließungen, opportunistische Kriminalität. Das Auswärtige Amt rät vom Besuch der Innenstädte Johannesburgs, Pretorias und Durbans ab.
9. und 10. Oktober 2026 (Stichwahl 16./17. Oktober) Tschechien: Prag und landesweit Anlass: Kommunalwahlen und erste Runde der Senatswahl mit 27 von 81 Sitzen, Freitag 14 bis 22 Uhr, Samstag 8 bis 14 Uhr. Hintergründe: Gegen die Regierung von Ministerpräsident Babiš läuft ein Misstrauensvotum wegen des Haushaltsdefizits; am 28. September demonstrierte Milion chvilek friedlich in Prag. Risiken: punktuelle Kundgebungen, Gedränge und Taschendiebstahl in der Innenstadt, Desinformation. Besondere Sicherheitsvorkehrungen sind nicht veröffentlicht. In Prag sind Nachtarbeiten an Straßenbahnen und Bauarbeiten am Flughafenzubringer einzuplanen.
10. Oktober 2026, 9 bis 18 Uhr Berlin-Mitte, Brandenburger Tor und Straße des 17. Juni (Deutschland) Anlass: Die Bewegung Projekt M1llion ruft für den 10. Oktober zu einer Großdemonstration auf, mit einem Aufzug durch das Regierungsviertel; sie fordert den Rücktritt der Bundesregierung und Neuwahlen. Am 8. August kamen rund 10.000 Menschen nach Plauen. Hintergründe: Recherchen von MDR, WDR und Zeit beschreiben rechtsextreme Anschlussfähigkeit; eine Einstufung durch den Verfassungsschutz liegt nicht vor. Risiken: Gedränge, Gegenproteste am Pariser Platz, erhebliche Sperrungen. Konkrete Gewaltaufrufe sind nicht bekannt.
10. Oktober 2026 Taiwan: Taipeh und landesweit Anlass: Nationalfeiertag mit Staatszeremonie am Präsidentenpalast sowie Drohnen- und Feuerwerksshow am Taipei 101 um 22 Uhr. Hintergründe: Nach dem Gipfel zwischen Xi Jinping und Donald Trump Ende September forderte Peking, taiwanische Unabhängigkeit abzulehnen; Taiwan meldete am 1. Oktober 23 Militärflugzeuge und sieben Kriegsschiffe. Risiken: Kontrollen, Sperren, Gedränge, mögliche Störungen am Flughafen Songshan; eine konkrete Manöverankündigung fehlt. Vom 9. Oktober, 22 Uhr, bis 10. Oktober, 13 Uhr gilt rund um den Präsidentenpalast eine Kontrollzone; Drohnen sind zeitweise verboten.
12. Oktober 2026 Madrid (Spanien) Anlass: Nationalfeiertag mit Militärparade, Staatsakt und Empfang; Beginn um 11 Uhr und Route über Prado und Recoletos sind angekündigt, aber noch nicht amtlich bestätigt. Hintergründe: Spanien bleibt auf der zweithöchsten Terrorwarnstufe; 2025 sicherten mehr als 1.700 Kräfte die Parade, Zuschauer pfiffen den Ministerpräsidenten aus. Risiken: Gedränge, Taschendiebstahl, kurzfristige Kundgebungen, umfassende Sperren. 2025 war der Korridor von 7.30 bis 14 Uhr gesperrt, 48 Buslinien waren betroffen; Metro und Cercanías sind die empfohlene Alternative.
12. bis 18. Oktober 2026 Bangkok (Thailand) Anlass: Jahrestagungen von IWF und Weltbankgruppe im Queen Sirikit National Convention Center mit mehr als 15.000 Teilnehmenden aus rund 190 Ländern. Hintergründe: Thailand ist nach 1991 zum zweiten Mal Gastgeber; eine Wahlanfechtung wies das Verfassungsgericht am 28. September ab. Risiken: Sicherheitsperimeter mit Ausweiskontrollen, Konvois, Umleitungen und Proteste auf einer ausgewiesenen Fläche am See. Vom 11. bis 18. Oktober ist das Konferenzzentrum geschlossen; ein Sonderfeiertag am 16. Oktober und Hochwasser können den Verkehr zusätzlich beeinträchtigen.
15. und 16. Oktober 2026 Brüssel (Belgien) Anlass: Tagung des Europäischen Rates zu Wettbewerbsfähigkeit, Ukraine, Finanzrahmen, Nahost, Verteidigung, Migration und Erweiterung. Hintergründe: Polizei und Stadt sperren das Schuman- und Europaviertel; Belgien gilt weiterhin auf Terrorstufe 3 von 4. Risiken: Zugangskontrollen, kurzfristige Sperren für Konvois und Proteste mit Traktoren und Blockaden, wie 2024 mit rund 1.000 Fahrzeugen und Wasserwerfereinsatz. Vorkehrungen: Zutritt zu Fuß nur mit Pass; Bushaltestellen Schuman werden nach Maelbeek verlegt, Metro und Bahn fahren voraussichtlich.
16. bis 20. Oktober 2026 (Navratri ab 11. Oktober) Kolkata und landesweit (Indien) Anlass: Durga Puja mit Visarjan-Prozessionen am 20. Oktober. Hintergründe: In Kolkata sind rund 3.000 Pujas genehmigt; die Polizei plant rund 10.000 eigene Kräfte und etwa 21.000 temporäre Hilfskräfte, die Feuerwehr zusätzliche Bereitschaftswachen. Risiken: Gedränge, Quetschungen, Brand und Stromschlag an Pandals, Diebstahl, Übergriffe; 2025 wurden 475 Personen wegen Rowdytums festgenommen. Verkehrsbehinderungen und Umleitungen sind ab 16. Oktober wahrscheinlich; konkrete Sperrpläne lagen am 1. Oktober noch nicht vor.
17. bis 21. Oktober 2026 Frankreich: Paris, Marseille, landesweit Anlass: Fünf Gewerkschaften rufen Cockpit- und Kabinenpersonal vom 17. bis 21. Oktober zum Ausstand auf; für den 17. Oktober zirkuliert ein unbestätigter Gelbwesten-Aufruf, der RATP-Streik läuft unbefristet weiter. Hintergründe: Proteste gegen Sparhaushalt, Rentenreform und Lehrkräftemangel; Ende September wurden 625 Menschen festgehalten und 83 Polizeikräfte verletzt. Risiken: Flugausfälle, Verspätungen, Störungen im Bahn- und Nahverkehr, Ausschreitungen, Taschendiebstahl. Vigipirate gilt auf der Stufe „urgence attentat“; Verkehrslage täglich prüfen und Zeitreserven einplanen.

Hinweise und Quellenbasis

Unverändert in Kraft bleiben über den dargestellten Zeitraum hinaus die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes für die Ukraine und für die gesamte Russische Föderation sowie für Iran, Irak, Libanon und den Gazastreifen; hinzu kommen die US-amerikanischen Höchststufen für Venezuela und Haiti. Reisende sollten die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes nutzen, Reisepläne mit Puffer anlegen und die Hinweise am Reisetag erneut prüfen.

  • Auswärtiges Amt, Reise- und Sicherheitshinweise sowie Reisewarnungen (Stand 1. Oktober 2026)
  • Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten, Reisehinweise; UK Foreign, Commonwealth and Development Office; US Department of State, Travel Advisories
  • Behörden und Sicherheitsorgane: Polizei Berlin und Versammlungsbehörde, Generalbundesanwalt, Polizei Bremen, PolBru und Stadt Brüssel, Kolkata Police, South African Police Service/NATJOINTS, Royal Thai Police
  • Agenturen und Fachmedien: Reuters, Associated Press, dpa, tagesschau, Deutschlandfunk, Spiegel, Zeit, MDR, WDR, Times of India, Taipei Times, Bangkok Post, Mexico News Daily
  • Reisedienste und Fachanbieter: EASA-Konfliktgebiete, UKMTO, International SOS, Solace Global, Global Guardian

Bewertungsstand: 1. Oktober 2026. Angaben zu Teilnehmerzahlen, Routen, Sperrzeiten und Sicherheitskonzepten beruhen, soweit nicht anders vermerkt, auf Ankündigungen und Vorjahreswerten und können sich kurzfristig ändern.

© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Eine Weiterverwendung durch Dritte ist ohne ausdrückliche Genehmigung der Redaktion nicht gestattet.

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