Der Berichtszeitraum vom 31. August bis 13. September 2026 (KW 36/37) gehört zu den dichtesten des Jahres: Ein andauernder militärischer Konflikt in der Golfregion trifft auf mehrere historisch aufgeladene Jahrestage, Wahltermine und Großveranstaltungen mit teils über einer Million Teilnehmenden – von Europa über Nord- und Südamerika bis in den Nahen Osten. Elf Einzeltermine haben wir für diese Ausgabe geprüft und nach Datum, Ort und Risikoprofil aufgeschlüsselt, jeweils mit Hintergrund, konkreten Risiken für Reisende und den behördlichen beziehungsweise empfohlenen Gegenmaßnahmen. Die folgende Übersicht liefert die Details.

Termin (Datum) Ort/Land Anlass, Hintergründe und Risiken
31.08.–13.09.2026 (durchgehend) Iran, Golfregion und Straße von Hormus; mittelbar Irak, Libanon, Israel, Pakistan Anlass: Fortdauernder militärischer Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Israel einerseits und Iran andererseits. Zum Stand 19.08.2026 lief der 173. Kriegstag. Die derzeit geltende Aussetzung von Schlägen auf iranisches Staatsgebiet ist zeitlich befristet und stellt keinen belastbaren Waffenstillstand dar; eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen innerhalb des Betrachtungszeitraums ist einzukalkulieren.

Hintergrund und Sicherheitslage: Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist nahezu zum Erliegen gekommen; die Kriegsrisikoprämien liegen bei sieben bis zehn Prozent des Rumpfwerts gegenüber ein bis drei Prozent vor Kriegsbeginn. Israelische Luftschläge in Syrien dauern an, die Hisbollah hat Vergeltung angekündigt. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ein Handelsembargo gegen Iran verhängt. Im bisherigen Kriegsverlauf kam es in Pakistan zu schweren antiwestlichen Unruhen mit 26 bis 35 Todesopfern, Schwerpunkte waren Karatschi und Gilgit-Baltistan.

Risiken für Reisende: Kurzfristige Luftraumsperrungen, Flugstreichungen und Umleitungen über der gesamten Golfregion sowie über Irak, Iran, Jordanien und Israel; Strandung an Umsteigeflughäfen; Angriffe auf westliche Einrichtungen und Vertretungen; Festnahme-, Ausreiseverbots- und Geiselnahmerisiko für westliche Staatsangehörige im Iran; antiwestliche Ausschreitungen in Drittstaaten mit hohem Eskalationstempo.

Behördliche Bewertung und Maßnahmen: Sicherheitswarnungen des US-Außenministeriums vom 01.08.2026 für Jerusalem, Saudi-Arabien, Kairo sowie Abu Dhabi und Dubai; die weltweite Sicherheitswarnung (Worldwide Caution) ist aktiv. Das Auswärtige Amt führt Reisewarnungen für Iran, Irak, Libanon und Syrien.

Hinweise für Reisende: Reisen nach Iran und in angrenzende Konfliktgebiete unterlassen. Umsteigeverbindungen über Golfdrehkreuze meiden oder durch alternative Streckenführungen absichern. Eintragung in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND des Auswärtigen Amts. Deckung für Evakuierung und Reiseabbruch prüfen. Keine tagesgleichen Anschlussverbindungen buchen und ausreichende Zeitpuffer einplanen.

31.08.2026 (Abschlusstag; Veranstaltung 30.–31.08.) London, Vereinigtes Königreich (Kensington and Chelsea, Teile von Westminster) Anlass: Abschlusstag des Notting Hill Carnival, der größten Straßenveranstaltung Europas. Der 31.08.2026 ist zugleich gesetzlicher Feiertag (Summer Bank Holiday), wodurch der Besucherandrang seinen Höhepunkt erreicht.

Hintergrund und Erfahrungswerte der Vorjahre: Die Veranstaltung zieht regelmäßig ein bis zwei Millionen Besucher auf ein räumlich eng begrenztes Straßennetz. In den zurückliegenden Ausgaben kam es wiederholt zu Tötungs- und Körperverletzungsdelikten mit Stichwaffen, zu Sexualdelikten, zu Angriffen auf Einsatzkräfte sowie zu mehreren hundert Festnahmen je Veranstaltungswochenende. Veranstalter und Metropolitan Police haben das Risiko einer Massenpanik durch Überfüllung an Engstellen als zentrales Gefahrenmoment benannt.

Risiken für Reisende: Massengedränge und Verdrängungsdruck an Zugängen, Kreuzungen und Bahnhofsausgängen; Taschen-, Trick- und Raubdiebstahl in hoher Dichte; Messerangriffe im Zusammenhang mit Gruppenkonflikten, insbesondere in den Abendstunden; alkohol- und betäubungsmittelbedingte Zwischenfälle; Übergriffe gegen Frauen.

Behördliche Maßnahmen und Verkehrslage: Großaufgebot der Metropolitan Police mit mehreren tausend Kräften je Tag, anlassbezogene Anhalte- und Durchsuchungsbefugnisse, dichte Videoüberwachung. Weiträumige Straßensperrungen im gesamten Veranstaltungsgebiet, Schließung oder Betrieb im Nur-Ausgang-Modus mehrerer U-Bahn-Stationen, darunter Ladbroke Grove, sowie Umleitung zahlreicher Buslinien.

Hinweise für Reisende: Anreise ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln und deutlich vor Beginn der Umzüge. Rückweg vor Einbruch der Dunkelheit antreten, da sich das Gewaltgeschehen erfahrungsgemäß auf die Abendstunden konzentriert. Ausweisdokumente und Wertsachen am Körper sichern, Rucksäcke vermeiden. Treffpunkte außerhalb des Veranstaltungsgebiets vereinbaren. Bei Unterkünften in Notting Hill, North Kensington und Bayswater mit erschwerter An- und Abreise sowie eingeschränkter Gepäckmitnahme rechnen.

01.09.2026 Deutschland, bundesweit; Schwerpunkte Berlin, München, Frankfurt am Main und Rhein-Main-Gebiet Anlass: Antikriegstag zum Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund ruft bundesweit unter dem Motto „Friedensfähig statt kriegstüchtig“ zu Kundgebungen auf. Belegt sind unter anderem ein Demonstrationszug in München ab Stachus (17:00 Uhr), eine Kundgebung in Frankfurt am Main am DGB-Haus (17:00 Uhr) sowie ein Aufzug in Mainz-Kastel mit Zielrichtung auf einen US-Militärstandort (18:00 Uhr).

Hintergrund: Die politische Auseinandersetzung über Aufrüstung und Wehrpflicht hat die Mobilisierung gegenüber den Vorjahren spürbar verstärkt. Der Termin wird sowohl aus dem linksextremen als auch aus dem rechtsextremen und verschwörungsideologischen Spektrum zur Vereinnahmung genutzt; Gegen- und Parallelveranstaltungen sind regelmäßig zu beobachten.

Aktuelles Lagebild Deutschland: Das Bundesministerium des Innern hat die Bedrohungseinstufung am 19.07.2026 von „abstrakt“ auf „hoch“ angehoben und Anschlagsplanungen als klar erkennbar bezeichnet. Am 26.07.2026 kam es beim Berliner Christopher Street Day zu einem Fahrzeugangriff auf die Menschenmenge mit einer Getöteten und 29 Verletzten, den der Generalbundesanwalt als islamistischen Terroranschlag einstuft. In der Nacht zum 06.08.2026 führte eine mit Sprengstoff bestückte Drohne zur zeitweiligen Einstellung des Flugbetriebs am Flughafen Leipzig/Halle. Das Bundeskriminalamt verzeichnete für 2025 93 vorsätzliche Sabotagefälle an der Verkehrsinfrastruktur gegenüber 58 im Vorjahr.

Risiken für Reisende: Zusammenstöße zwischen Versammlungsteilnehmern, Gegendemonstrierenden und Polizei; Sachbeschädigung und Blockaden; erhöhte abstrakte Anschlagsgefahr gegen Menschenansammlungen; kurzfristige Streckensperrungen im Bahnverkehr durch Sabotage.

Behördliche Maßnahmen und Verkehrslage: Erhöhte Polizeipräsenz, versammlungsrechtliche Auflagen und Routenbeschränkungen; Sperrungen in Innenstadtlagen zur abendlichen Hauptverkehrszeit; im Rhein-Main-Gebiet zusätzlich Zufahrtskontrollen im Umfeld militärischer Liegenschaften.

Hinweise für Reisende: Innenstadtnahe Termine am Nachmittag und Abend mit Zeitpuffern versehen. Demonstrationsgeschehen großräumig umfahren und nicht als Zuschauer verweilen. Meldungen der örtlichen Polizeibehörden und der Deutschen Bahn vor Fahrtantritt abrufen.

01.09.–13.09.2026 (Zielankunft 13.09.) Spanien; Südosten des Landes und Andalusien, Zielort Granada Anlass: Schlussabschnitt der Vuelta a España 2026 (Gesamtveranstaltung 22.08.–13.09.2026) mit den Etappen 10 bis 21 durchgehend auf spanischem Staatsgebiet. Betroffen sind unter anderem Cartagena, Lorca, Córdoba, Sevilla, Jerez de la Frontera, Estepona und Granada; die Schlussetappe endet am 13.09.2026 in Granada.

Hintergrund und Vorjahresereignisse: Die Ausgabe 2025 wurde durch propalästinensische Protestaktionen erheblich gestört. Mehrere Etappen mussten verkürzt oder ohne Zielwertung beendet werden; die Schlussetappe in Madrid wurde nach Ausschreitungen mit Verletzten und Festnahmen abgebrochen. Angesichts der unverändert angespannten Nahostlage ist eine vergleichbare Mobilisierung erneut wahrscheinlich. Die Kombination aus offener, kaum abzusichernder Streckenführung und kurzfristig verlagerbaren Protestaktionen bleibt das bestimmende Risiko.

Risiken für Reisende: Blockaden der Rennstrecke und der Zielbereiche; Zusammenstöße zwischen Protestierenden und Polizei; kurzfristige Streckenänderungen und Rennabbrüche mit unkontrollierten Besucherbewegungen; Massengedränge in den Zielorten; Taschendiebstahl entlang der Zuschauerbereiche.

Behördliche Maßnahmen und Verkehrslage: Sperrung von Land- und Stadtstraßen entlang der Etappen über mehrere Stunden, teilweise ganztägig in den Zielorten; kurzfristige Verlegung von Start- und Zielbereichen; verstärkter Einsatz von Policía Nacional und Guardia Civil.

Hinweise für Reisende: Etappenprofile und Sperrzeiten vor jeder Fahrt im Südosten Spaniens und in Andalusien abgleichen. Mietwagenrouten am jeweiligen Renntag umplanen und Anschlussverbindungen nicht auf Etappenzeiten legen. Ziel- und Startbereiche sowie angrenzende Plätze meiden. An- und Abreise in Granada am 13.09.2026 zeitlich vorziehen.

04.09.–13.09.2026 (Kerntermin 07.09.) Brasilien; Schwerpunkte Brasília, São Paulo und Rio de Janeiro Anlass: Unabhängigkeitstag am 07.09.2026 mit Militärparade in Brasília und parallelen politischen Großkundgebungen in mehreren Metropolen. Zeitgleich findet vom 04. bis 13.09.2026 das Musikfestival Rock in Rio im Parque Olímpico in Rio de Janeiro mit mehreren hunderttausend Besuchern statt.

Hintergrund und Sicherheitslage: Der offizielle Wahlkampf zur Generalwahl am 04.10.2026 läuft seit dem 16.08.2026. Die politische Lage ist durch die Inhaftierung des früheren Präsidenten Bolsonaro stark polarisiert. Der 07. September diente in den Vorjahren wiederholt als Datum konkurrierender Massenaufmärsche des Regierungslagers und der Opposition; die Verbindung von Nationalfeiertag, Wahlkampf und Großveranstaltung führt 2026 zu einer außergewöhnlichen Verdichtung.

Risiken für Reisende: Zusammenstöße rivalisierender Kundgebungen; Straßenblockaden und Motorradkorsos mit unkalkulierbarem Verlauf; Bindung erheblicher Polizeikräfte in Rio de Janeiro durch das Festival mit entsprechenden Verlagerungseffekten in der allgemeinen Kriminalitätslage; Raub- und Kurzzeitentführungsdelikte, insbesondere im Umfeld von Verkehrsknoten und in Staus; Taschendiebstahl in überfüllten Verkehrsmitteln.

Behördliche Maßnahmen und Verkehrslage: Absperrung der Esplanada dos Ministérios in Brasília; Sperrung der Zufahrten zum Parque Olímpico und Sonderfahrpläne der Metro Rio; verstärkter Einsatz von Militärpolizei in allen drei Metropolen; erhebliche Staubildung an den Festivaltagen auf den Ausfallstraßen nach Barra da Tijuca.

Hinweise für Reisende: Kundgebungen und deren Umfeld konsequent meiden und keine politischen Symbole, Farben oder Trikots tragen. Fahrten ausschließlich mit registrierten Fahrdiensten oder Hoteltransfers durchführen. Bargeld, Schmuck und Mobilgeräte auf das Notwendige beschränken. Geschäftstermine in Brasília um den 07.09.2026 verlegen und Flüge innerhalb Brasiliens an diesem Tag meiden.

07.09.–13.09.2026 (Schwerpunkt 07./08.09.) Italien, landesweit; Schwerpunkte Rom, Florenz, Pisa, Turin, Venedig und Genua Anlass: Bündel angekündigter Arbeitsniederlegungen im italienischen Verkehrssektor. Kernpunkt ist ein landesweiter Bahnstreik von 21:18 Uhr am 07.09.2026 bis 21:17 Uhr am 08.09.2026, der Gruppo FS, Trenitalia, Trenitalia Tper und Mercitalia Rail umfasst. Hinzu treten örtliche Nahverkehrsstreiks (Genua 04.09., Venedig 05.09., Vicenza 07.09., Trient und Foggia 10.09.), ein Streik der Feuerwehr einschließlich des Flughafenpersonals am 12.09.2026 sowie Streiks der Bodendienste und Sicherheitskontrollen an den Flughäfen Pisa, Florenz, Rom-Fiumicino, Turin und Varese am 13.09.2026.

Hintergrund: Arbeitskämpfe im italienischen Verkehrswesen werden kurzfristig angemeldet und häufig ausgeweitet oder durch Verfügung der Aufsichtsbehörde reduziert; die garantierten Mindestleistungen decken nur einen Bruchteil des Regelfahrplans ab. Ergänzend besteht ein erhöhtes Sabotagerisiko: Am 07.02.2026 legten koordinierte Brandanschläge den Bahnknoten Bologna weitgehend lahm, rund 40.000 Reisende waren betroffen; die Ermittlungen werden wegen Terrorismusverdachts geführt.

Risiken für Reisende: Ausfall von Fern- und Regionalzügen einschließlich Frecce und Intercity; Strandung an Bahnhöfen und Flughäfen ohne Ersatzbeförderung; erhebliche Wartezeiten an Sicherheitskontrollen; Einschränkung oder Aussetzung des Flugbetriebs bei Streik der Flughafenfeuerwehr; Überfüllung von Bahnhofshallen und Vorplätzen mit deutlich erhöhter Taschendiebstahlgefahr.

Behördliche Maßnahmen und Verkehrslage: Gesetzlich garantierte Mindestleistungen in definierten Zeitfenstern, kurzfristige Veröffentlichung von Ersatzfahrplänen durch die Betreiber, Erstattungs- und Umbuchungsregelungen.

Hinweise für Reisende: Bahnreisen in Italien am 07. und 08.09.2026 vermeiden oder auf Mietwagen und Fernbus ausweichen. Flüge am 12. und 13.09.2026 mit mindestens drei Stunden Vorlauf antreten. Streikliste des Ministero delle Infrastrutture e dei Trasporti sowie die Betreiberportale täglich prüfen. Keine tagesgleichen Anschlussverbindungen buchen und Übernachtungsalternativen vorhalten.

11.09.2026 Vereinigte Staaten von Amerika; New York, ergänzend Arlington (Virginia) und Shanksville (Pennsylvania) Anlass: 25. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001. Zentrale Gedenkzeremonie am National September 11 Memorial mit Verlesung der 2.983 Namen, Lichtinstallation „Tribute in Light“ sowie zahlreiche Begleitveranstaltungen in Lower Manhattan. Hochrangige Teilnahme aus Politik und Verwaltung ist zu erwarten.

Hintergrund und Sicherheitseinschätzung: Runde Jahrestage besitzen für dschihadistische Akteure hohen symbolischen Wert und werden in der Propaganda regelmäßig aufgegriffen. Die Gefährdungslage wird zusätzlich durch den andauernden Iran-Konflikt und die daraus folgende erhöhte Bedrohung amerikanischer Ziele bestimmt; die weltweite Sicherheitswarnung des US-Außenministeriums ist aktiv. Als Hauptszenario gilt der Angriff eines radikalisierten Einzeltäters auf Menschenansammlungen oder Verkehrsknoten.

Zusatzbelastung: Parallel finden in New York die Endspiele der US Open in Flushing Meadows am 12. und 13.09.2026 statt. Die Kräfte des New York City Police Department sind dadurch in zwei Stadtbezirken zugleich stark gebunden.

Risiken für Reisende: Erhöhte abstrakte Anschlagsgefahr gegen Menschenansammlungen, Bahnhöfe und Flughäfen; Protestaktionen im Umfeld der Zeremonie; Gedränge an Kontrollstellen; erhebliche Zeitverluste im gesamten Süden Manhattans.

Behördliche Maßnahmen und Verkehrslage: Weiträumige Absperrungen im Financial District, Zugangskontrollen zum Memorial, Sperrungen im Bereich West Street und Liberty Street, zeitweise Schließung von U-Bahn-Zugängen, Einschränkungen im Fährverkehr, verstärkte Präsenz schwer bewaffneter Kräfte an Verkehrsknoten.

Hinweise für Reisende: Geschäftstermine in Lower Manhattan außerhalb des Zeremonienfensters am Vormittag legen oder auf andere Tage verschieben. Fahrzeiten großzügig kalkulieren und Transfers zu den Flughäfen vorziehen. Ausweisdokument mitführen. Menschenansammlungen und exponierte Zugangsbereiche nicht ohne Anlass aufsuchen und bei Auffälligkeiten zügig verlassen.

11.09.2026 Chile; Santiago de Chile, ergänzend Valparaíso und Concepción Anlass: 53. Jahrestag des Militärputschs vom 11. September 1973. Gedenkveranstaltungen, Märsche zum Cementerio General und traditionell schwere nächtliche Ausschreitungen.

Hintergrund und Vorjahresereignisse: Der Termin führt seit Jahren verlässlich zu erheblichen Störungen der öffentlichen Sicherheit. Dokumentiert sind Barrikaden, brennende Busse, Plünderungen, Schusswaffengebrauch, verletzte Angehörige der Carabineros und mehrere hundert Festnahmen, unter anderem in den Jahren 2020, 2022 und 2023. Räumliche Schwerpunkte sind die Plaza Baquedano und die Alameda, das Umfeld des Regierungspalastes La Moneda sowie die Stadtteile Villa Francia, Lo Hermida und Peñalolén.

Risikoerhöhung 2026: Der Jahrestag fällt erstmals in die Amtszeit der im März 2026 angetretenen Regierung Kast, die im Juni 2026 bereits landesweite Studentenproteste ausgelöst hat. Ein über dem mehrjährigen Mittel liegendes Eskalationsniveau ist einzukalkulieren.

Risiken für Reisende: Steinwürfe, Brandsätze und Barrikadenfeuer; Einsatz von Reizgas und Wasserwerfern mit Gefährdung Unbeteiligter; Plünderungen von Geschäften und Tankstellen; Ausfall des Nahverkehrs und Sperrung von Metrostationen; erschwerte Erreichbarkeit des Flughafens Arturo Merino Benítez in den Abendstunden.

Behördliche Maßnahmen und Verkehrslage: Großaufgebot der Carabineros, vorsorgliche Schließung von Metrostationen und Einkaufszentren bereits am Nachmittag, in der Vergangenheit vereinzelt Ausgangsbeschränkungen in einzelnen Kommunen.

Hinweise für Reisende: Am 11. und 12.09.2026 den Aufenthalt in der Innenstadt von Santiago nach Einbruch der Dunkelheit unterlassen. Unterkunft in Las Condes, Vitacura oder Providencia wählen. Flughafentransfers auf den Vormittag legen. Keine Aufnahmen von Einsatzkräften oder Demonstrierenden anfertigen und Anweisungen der Carabineros unmittelbar befolgen.

11.09.–13.09.2026 Israel, landesweit; zugleich jüdische Einrichtungen in Europa und Nordamerika Anlass: Rosch ha-Schana 5787, jüdisches Neujahrsfest. Beginn am Abend des 11.09.2026, Feiertage am 12. und 13.09.2026. Der Festbeginn fällt unmittelbar mit dem 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 zusammen.

Hintergrund und Sicherheitseinschätzung: Seit Oktober 2023 ist international ein deutlich erhöhtes Aufkommen antisemitisch motivierter Straftaten zu verzeichnen. Der deutsche Verfassungsschutzbericht 2025 weist Antisemitismus als spektrenübergreifendes Phänomen aus und verzeichnet einen Anstieg extremistischer Gewalttaten um zehn Prozent. Hohe jüdische Feiertage gelten als bevorzugtes Tatdatum, da Einrichtungen zu bekannten Zeiten stark frequentiert sind.

Risiken für Reisende: Anschläge und Übergriffe gegen Synagogen, jüdische Schulen, Gemeindezentren und Restaurants sowie gegen erkennbar jüdische Personen; Störungen durch nahostbezogene Kundgebungen im Umfeld solcher Einrichtungen. In Israel zusätzlich: weitgehender Stillstand des öffentlichen Lebens, ruhender öffentlicher Nahverkehr, eingeschränkter Betrieb am Flughafen Ben Gurion, Schließung von Behörden, Banken und weiten Teilen des Einzelhandels; unverändert Gefahr von Raketenbeschuss und die Notwendigkeit, Schutzräume binnen kurzer Fristen zu erreichen.

Behördliche Maßnahmen und Verkehrslage: Verstärkter Objektschutz an jüdischen Einrichtungen in Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten; Zufahrtssperren und Personenkontrollen im Umfeld von Synagogen; in Israel Sonderfahrpläne und Schließung von Grenzübergängen.

Hinweise für Reisende: Geschäftsreisen nach Israel in diesem Zeitfenster nach Möglichkeit verschieben, da eine Terminwahrnehmung faktisch ausgeschlossen ist. Mietwagen, Transfers und Verpflegung vorab verbindlich buchen. In europäischen und nordamerikanischen Städten das unmittelbare Umfeld jüdischer Einrichtungen bei ungewöhnlichem Polizeiaufkommen zügig verlassen. Warn-Apps für Raketenalarm installieren und die Lage der Schutzräume in der Unterkunft vorab klären.

12.09.2026 Deutschland; Berlin sowie fünfzehn Landeshauptstädte, darunter Schwerin, Hannover, Dresden, Hamburg und München Anlass: Großdemonstration „Sterndemo“ in Berlin mit sieben sternförmig zum Roten Rathaus geführten Aufzügen. Auftakte ab 13:00 Uhr unter anderem am Rosa-Luxemburg-Platz, am RAW-Gelände, am Frankfurter Tor, am Moritzplatz und am Großen Stern; Abschlusskundgebung ab 16:00 Uhr am Roten Rathaus. Getragen wird die Veranstaltung von über achtzig Organisationen. Zeitgleich finden gegen 14:00 Uhr in fünfzehn Landeshauptstädten die monatlichen Kundgebungen zur Prüfung eines Verbotsverfahrens gegen die AfD statt.

Hintergrund: Der Termin liegt acht Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus (jeweils 20.09.2026) sowie einen Tag vor der niedersächsischen Kommunalwahl am 13.09.2026. Die Wahlkämpfe sind durch die Sicherheitsdebatte nach dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day am 26.07.2026 sowie durch den Ausschluss mehrerer AfD-Bewerber von der niedersächsischen Kommunalwahl zusätzlich aufgeladen. Der Verfassungsschutzbericht 2025 weist 15.600 gewaltorientierte Rechtsextremisten und 11.600 gewaltorientierte Linksextremisten aus.

Risiken für Reisende: Gegenmobilisierung aus dem rechtsextremen Spektrum und Konfrontationen am Rande der Aufzüge; Angriffe auf Wahlkampfstände und Wahlkämpfer; Sachbeschädigung und Blockaden; erhöhte abstrakte Anschlagsgefahr bei der auf „hoch“ angehobenen Bedrohungseinstufung. Gegenaufzüge werden erfahrungsgemäß erst ein bis zwei Wochen vor dem Termin angemeldet und sind kurzfristig erneut zu prüfen.

Behördliche Maßnahmen und Verkehrslage: Umfangreiche Sperrungen in Berlin-Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow und Charlottenburg über mehrere Stunden; Ausfall und Umleitung von Bus- und Straßenbahnlinien; Einschränkungen im Umfeld der Hauptbahnhöfe der beteiligten Landeshauptstädte; erhöhte Präsenz von Bundes- und Landespolizei.

Hinweise für Reisende: Am 12.09.2026 Fahrten durch die Berliner Innenstadt vermeiden und Flughafentransfers auf den Vormittag legen. Unterkünfte außerhalb des zu erwartenden Sperrgebiets buchen. Kundgebungen und Wahlkampfveranstaltungen weiträumig meiden und nicht als Zuschauer verweilen. Verkehrsmeldungen der Berliner Verkehrsbetriebe und der Polizei Berlin am Vortag und am Veranstaltungstag abrufen.

13.09.2026 Schweden, landesweit; Schwerpunkte Stockholm, Göteborg und Malmö Anlass: Wahl zum Reichstag sowie zeitgleiche Regional- und Kommunalwahlen.

Hintergrund und Sicherheitseinschätzung: Die schwedische Wahlbehörde und die Regierung haben öffentlich auf ein gestiegenes Risiko von Bedrohungen, Sabotage und Desinformationskampagnen gegen die Wahldurchführung hingewiesen. Die Polizei führt das Wahljahr als besondere Einsatzlage („särskild händelse“) mit gesonderter Organisation. Hinzu tritt die seit Jahren angespannte Lage durch Bandenkriminalität mit Schusswaffen- und Sprengstoffanschlägen in den Ballungsräumen Stockholm, Göteborg und Malmö; das Thema bestimmt den Wahlkampf und erhöht die Konfrontationsbereitschaft der politischen Lager.

Risiken für Reisende: Kundgebungen und Gegenkundgebungen an Wahlkampfständen, vor Wahllokalen und Parteizentralen; Sachbeschädigung und Konfrontationen insbesondere am Wahlabend; Störungen des öffentlichen Verkehrs; unabhängig vom Wahltermin fortbestehendes Risiko von Sprengstoffanschlägen im Zusammenhang mit Bandenkonflikten, die regelmäßig Wohn- und Geschäftshäuser treffen und Unbeteiligte gefährden.

Behördliche Maßnahmen und Verkehrslage: Verstärkte Polizeipräsenz an Wahllokalen und Auszählstellen, Schutzmaßnahmen für die Wahlinfrastruktur, punktuelle Sperrungen im Umfeld von Wahlveranstaltungen am Abend des 13.09.2026.

Hinweise für Reisende: Innenstadtnahe Termine am Wahlsonntag und Wahlabend meiden. Aufenthalt in den von der schwedischen Polizei als besonders belastet eingestuften Vororten unterlassen. Bei Antreffen abgesperrter Bereiche Anweisungen der Einsatzkräfte unmittelbar befolgen und den Bereich verlassen, ohne zu fotografieren. Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für Schweden unmittelbar vor Abreise prüfen.

© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Eine Weiterverwendung durch Dritte ist ohne ausdrückliche Genehmigung der Redaktion nicht gestattet.

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