Die Stimmung in der Geschäftsreisebranche hat sich deutlich aufgehellt. Das zeigt die September-Erhebung der Global Business Travel Association (GBTA) unter 604 Travel Buyern, Reiseanbietern und Intermediären weltweit. 63 Prozent der Befragten blicken auf die kommenden zwölf Monate optimistisch; im April waren es 41 Prozent. Bei den Travel Buyern stieg der Optimismus von 39 auf 61 Prozent. Europa verzeichnete den stärksten Umschwung: Im April überwog dort noch der Pessimismus, im September bewerten 55 Prozent die Perspektive positiv und nur noch 11 Prozent negativ.

Fakt ist: Die Zuversicht geht nicht mit einem sorglosen Expansionskurs einher. 45 Prozent der Buyer erwarten 2026 mehr Geschäftsreisen als 2025, 56 Prozent höhere Ausgaben. In Europa rechnen sogar 65 Prozent der Buyer mit höheren Reiseausgaben. Steigende Reisekosten sind für 69 Prozent der Buyer der wichtigste Einfluss auf die Reiseplanung. Geopolitische Unsicherheit bleibt vor allem in Europa präsent: 60 Prozent der Buyer und 69 Prozent der Supplier beziehungsweise Travel-Management-Companies dort nennen sie als Herausforderung.

Einordnung: Für Travel-Programme entsteht damit ein zweigeteiltes Bild. Mehr Nachfrage ist wahrscheinlich, aber das Budget wächst möglicherweise schneller als die Zahl der Reisen. Die entscheidende Kennzahl ist daher nicht allein das genehmigte Gesamtbudget, sondern auch die Entwicklung der Ausgaben je Reise und je Reisezweck. Für europäische Buyer ist zudem relevant, dass 47 Prozent mehr Reisen innerhalb Europas erwarten. Geschäftswachstum, Kundenmeetings und interne Zusammenarbeit stehen dabei im Vordergrund. Es geht also weniger um pauschale Reiseausweitung als um gezielt begründbare Mobilität.

Unternehmen sollten Freigabeprozesse nicht als Bremsklotz, sondern als Steuerungsinstrument nutzen. Ein schlanker Reisezweck-Check, der Kundentermin, Projektkritikalität, Kollaborationsnutzen und digitale Alternative sichtbar macht, hilft bei der Priorisierung. Parallel sollten Risikolage, Kostenobergrenzen und Kapazitätsengpässe nach Regionen überwacht werden. Die GBTA-Befunde sind eine Stimmungs- und Erwartungserhebung, keine Messung tatsächlich realisierter Marktvolumina. Gerade deshalb eignen sie sich als Frühindikator – nicht als Ersatz für die eigene Programm- und Budgetsteuerung.

Handlungsempfehlungen

  1. Ausgaben je Reisezweck steuern: Budget, Buchungsvorlauf, Reisezweck und Ergebnisnachweis gemeinsam auswerten; reine Gesamtbudgetbetrachtungen reichen bei steigendem Preisniveau nicht aus.
  2. Europa-Risiko im Freigabefluss verankern: Für Routen mit erhöhter geopolitischer oder infrastruktureller Exponierung eine aktuelle Risikoprüfung und klare Eskalationswege vorsehen.
  3. Intraeuropäische Nachfrage vorbereiten: Kapazitäts- und Hotelstrategien

Quelle: GBTA

© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Eine Weiterverwendung durch Dritte ist ohne ausdrückliche Genehmigung der Redaktion nicht gestattet.

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